Die Erprobungsstufe

Nach vierjähriger Grundschulzeit ist der Übergang zum Gymnasium ein bedeutsamer Schritt in der Schullaufbahn eines Kindes.
Der Schulwechsel ist verbunden mit einer Trennung von „Vertrautem“ - vertrauter Umgebung, übersichtlichem Schulgebäude, bekannten Lehrern und Mitschülern und einer großen Vorfreude und Neugierde auf das „Neue“ – die erste Fremdsprache, neue Fächer, neue Lehrer, neue Mitschüler, ein anderes Schulgebäude, meist ein weiterer Schulweg.

Der Wechsel zu einer anderen Schulform ist altersspezifisch und wird in der Regel von positiven Erwartungen und Hoffnungen begleitet, die jedoch auch bisweilen von Eingewöhnungsschwierigkeiten überlagert werden. Eine Aufgabe der Erprobungsstufe ist es, Möglichkeiten zu finden, diese Schwierigkeiten zu beheben oder am besten gar nicht erst aufkommen zu lassen, eine andere, die positive Grundhaltung nutzbar zu machen für das Einleben des Schülers in die neue Schulform.

Ängstlichkeit und Vorfreude sind die psychischen Grundlagen, von denen wir in unseren folgenden Überlegungen ausgehen und denen wir in unserem Konzept von der Erprobungsstufe Rechnung tragen wollen.

Die Erprobungsstufe bildet eine pädagogische Einheit, die das 5. und  6. Schuljahr umfasst. Die Schüler gehen ohne Versetzung von der Klasse 5 in die Klasse 6 über. Diese Stufe dient, wie der Name sagt, der Erprobung, inwieweit bei den Schülern Kräfte und Fähigkeiten, die für ein erfolgreiches Arbeiten im Gymnasium unerlässlich sind, geweckt und entfaltet werden können.

Die Erprobungsstufenkonferenzen
Die Erprobungsstufenkonferenzen, die dreimal im Jahr stattfinden, nutzen wir, um uns über jeden Schüler und dessen Entwicklung intensiv zu beraten. Bei auftretenden Schwierigkeiten können so Eltern frühzeitig einbezogen werden, um gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen.

Kontakte zur Grundschule
Um für die Entwicklung der Kinder gute Voraussetzungen zu schaffen, wollen wir, dass die Lehrer der Erprobungsstufe mit den Lehrern der Grundschulen Verbindung halten. Die entsprechenden Grundschullehrer werden während der beiden Jahre zu zwei Erprobungsstufenkonferenzen  eingeladen  (1. Konferenz der Klasse 5 und vorletzte Konferenz der Klasse 6, wenn die Entscheidung getroffen wird, ob ein Schüler endgültig in das Gymnasium aufgenommen wird).


Wie wir den Übergang von der Grundschule zum Adalbert-Stifter-Gymnasium erleichtern

- Anfang Dezember findet der „Tag der offenen Tür“ statt, um Eltern und Kindern die      
Gelegenheit zu geben, einen Einblick in unser Schulleben und seine vielfältigen Aktivitäten zu gewähren und Gespräche mit Schülern, Eltern, Lehrern und der Schulleitung zu führen.
Unterrichtsbesuche in der Jahrgangsstufe 5, aber auch in allen anderen Klassen, sind möglich.

- Schüler, die bei uns angemeldet sind, können mit ihren Grundschullehrern an einem Vormittag am Unterricht einer Klasse 5 teilnehmen.

- Die kommenden Klassenlehrer der Jahrgangsstufe 5 besuchen  den Unterricht in der
Jahrgangsstufe 4 der Grundschule. Hierbei können sie Einblicke in die Grundschularbeit nehmen und erste Kontakte zu den Grundschullehrern knüpfen. Auf diese Weise können sie bereits viele ihrer zukünftigen Schüler kennen lernen.

- Am Ende der Grundschulzeit, etwa 4 Wochen vor den großen Ferien findet eine
Aufnahmefeier statt, zu der die „Neuen“ mit ihren Eltern eingeladen werden. In diesem Rahmen werden den Schülern die zukünftigen Klassenlehrer vorgestellt.

- Noch vor den großen Ferien erhalten die Schüler ein Begrüßungsheft, angefertigt von Schülern der Jahrgangsstufe 5.

- Bei der Klassenbildung bleiben Grundschulgruppen erhalten, es sei denn, es besteht der ausdrückliche Wunsch von Seiten der Eltern, ihr Kind in eine andere Klasse zu geben.

- Schüler der Oberstufe betreuen als Paten die Schüler der fünften Klassen.

- Zu Beginn des 5. Schuljahres findet die „Fünfer-Olympiade“ statt. In einem spielerischen Wettkampf wird die sportlichste Klasse der Jahrgangsstufe 5 ermittelt.

- Nach den Sommerferien findet eine Konferenz statt, an der alle in der Klasse unterrichtenden Lehrer teilnehmen. Hier werden Absprachen getroffen, die auf eine gemeinsame Vorgehensweise in pädagogischen und methodischen Fragen abzielen.
Solche Absprachen können z.B. hinsichtlich Heft- und Mappenführung, Hausaufgabenkontrolle, Einführung von Arbeitstechniken, Übung verschiedener Sozialformen und Klassenraumgestaltung getroffen werden.

- Schülerinnen und Schüler der Oberstufe helfen im Rahmen der Nachmittagsbetreuung (täglich) bei Hausaufgaben oder Lernschwierigkeiten.


Das Klassenlehrerteam

Die Klassenleitung wird von einem Team übernommen, das möglichst aus einem Lehrer und einer Lehrerin besteht, um den Schülern der Erprobungsstufe in ihrem Bedürfnis nach festen Beziehungen entgegenzukommen. Der Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin hat eine zusätzliche Stunde in der Klasse. Methoden zum „Lernen Lernen“, aber auch zur Stärkung der Persönlichkeit werden in fachlicher Anbindung vermittelt und helfen so, soziale Kompetenz zu vergrößern und moderne Lernmethoden zu erproben. Die Klassenlehrer/innen haben zur Vorbereitung ihrer Aufgabe am Lions-Quest-Programm teilgenommen, das Methoden des Lernen Lernens und der Werteerziehung vermittelt..

Zusammenarbeit mit den Eltern
Wichtig für das Gelingen der Erprobungszeit ist ein enger Kontakt zwischen Lehrern und den Erziehungsberechtigten, der von beiden Seiten aus gepflegt werden sollte.

1.   So fängt das 5. Schuljahr an:
-    Die Eltern bekommen einen schriftlichen Leitfaden durch die gymnasiale Laufbahn an die Hand.
-    Ein erster Elternabend steht unter dem Motto „Eltern helfen Eltern“.
-    Die erste Klassenpflegschaftssitzung soll vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen dienen.

2.   Klassenpflegschaftssitzungen
Diese Sitzungen, auch Elternabende genannt, sind das Forum der Eltern. Offener Austausch untereinander und mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin vermittelt: Wir stehen nicht allein mit unseren Erfahrungen und Problemen.

3.   Elternsprechtage und Lehrer-Sprechstunden
Diese Gesprächsangebote von Seiten der Schule dienen dazu, Kontakte zu den Erziehungsberechtigten der einzelnen Schüler zu verbessern.
Vor allem bei Schwierigkeiten können Eltern in Einzelgesprächen mit dem Lehrer nach gemeinsamen Wegen suchen, diese Schwierigkeiten zu überwinden.

Gestaltung des Klassenraumes und Sitzordnung

Der Klassenraum sollte von den Schülern selbst gestaltet werden.
In der Übergangsphase soll die Sitzordnung durch Gruppentische bestimmt sein, die die Integration der Kinder fördert. Im weiteren Verlauf (nach einigen Wochen des Kennenlernens) kann, von der Gruppentischordnung ausgehend, soweit es funktional sinnvoll erscheint, die Tischordnung variabel gestaltet werden. Zielvorstellung ist, dass die selbstständige und auch projektorientierte Arbeit maßgebliche Unterrichtsformen sind.