Musikprojekt "Kanalrauschen" im Schiffshebewerk Henrichenburg

Wie hört sich ein Binnenschiff an? Wie kann man Meer und Wasser musikalisch darstellen? Dieser Frage gingen fünf Schulen beim „Kanalrauschen“ im Schiffshebewerk Henrichenburg nach. Etwa ein halbes Jahr experimentierten die Schüler aus Castrop-Rauxel, Dortmund, Gelsenkirchen, Gladbeck und Bergkamen mit den Musikern und Komponisten Richard Ortmann, Gordon Kampe und Roman Pfeifer an ihren eigenen Kompositionen rund um das Thema Schifffahrt und Meer.



Entstanden ist ein Wandelkonzert, bei dem jeder Besucher mit Hilfe eines Lageplans die einzelnen Spielstätten auf dem Gelände des Industriemuseums erkunden musste.

„Wir wollten die Industriegeschichte für die Kinder und Jugendlichen auf eine andere Art erfahrbar machen. Und am Besten erreicht man sie mit etwas, das ihnen Spaß macht.
Und das ist Musik“, erklärte Projektleiterin Anja Hoffmann. Dabei sind unterschiedliche Themen und Kompositionen entstanden.



Die Klasse 6c des Castroper Adalbert-Stifter-Gymnasium wagte „Eine Reise in die Vergangenheit – Arbeitsalltag auf dem Binnenschiff“.
„Als wir so ein Schiff gesehen haben, haben wir uns gefragt, wie die Menschen damals darauf gelebt und gearbeitet haben“, erzählt die Sechstklässlerin Anika.
Mit ihren Klassenkameraden spielte sie ihr Stück auf dem alten Motorgüterschiff „Franz Christian“.
Da kann man sich gut vorstellen wie das damals zuging: Eng und stickig ist es in dem niedrigen Schiffsinneren während die Schüler mal sanfte Klänge spielen, die an Wellen und Meer erinnern,
dann aber wieder rhythmisch Paukenschläge erklingen lassen. „Heute hier, morgen dort. Bin kaum hier, muss ich fort“, singen sie dazu und man denkt dabei fast, dass dies die Besatzung des Schiffs selbst singt.



Den direkten Gegensatz lieferte die Dortmunder Droste-Hülshoff Realschule, die mit ihrer Schülerband „InfinityMystery11“ auftrat. „Meer-Musik“ hieß ihr Stück, das mit rockiger Musik auf die Zuschauer in der Maschinenhalle wartete. „Wir haben uns einfach mit dem Komponisten Roman Pfeifer zusammengesetzt und haben erst einmal über das Rauschen nachgedacht“, so die Sängerin der Band, Janina Nagorski, „Wir haben einfach einige Sachen ausprobiert, einige haben dann geklappt, andere nicht und daraus ist der Song entstanden.“ Laut ist der, die Schlagzeuger geben alles. Da passt es ja nur allzu gut, dass links neben der Band auf einer Leinwand ein altes Schild mit der Aufschrift „Bitte Lärm vermeiden“ gezeigt wird.

Quelle: Ruhrnachrichten, 13. Juni 2011