Schweineherzpräparation

Dies ist ein Bericht über die Sezierung eines Schweineherzens der Klasse 9c:
Nachdem wir in den letzten Stunden das Herz ausführlich besprochen hatten, wollten wir unser Wissen nun in der Praxis anwenden. Durch gute Beziehungen eines Schülers zu einer Schlachterei konnten wir uns 15 Schweineherzen aus erster Hand besorgen, was hieß, dass wir in Zweiergruppen an einem Herz arbeiten konnten.

Zu Beginn der Stunde teilte unser Lehrer, Herr Nießen, noch einmal eine schematische Darstellung des Herzens aus, die wir alle noch einmal überarbeiten sollten, denn die Orientierung in einem echten Herzen ist nicht leicht. So füllten wir das Arbeitsblatt aus und gingen es dann nach ein paar Minuten mit unserem Lehrer durch. Nachdem nun alles korrigiert war und somit jeder eine beschriftete schematische Darstellung des Herzens vorliegen hatte, konnte es endlich losgehen! Wir zogen uns unsere mitgebrachten alten Hemden über und holten uns am Pult für jede Gruppe ein Schweineherz ab, das wir in einer Schüssel transportierten. Zusätzlich bekamen wir noch einen kleinen, dünnen Glasstab, eine Lupe, sowie eine Schere und die, die keine Handschuhe dabei hatten, erhielten auch noch ein paar Handschuhe.

Nun wurde wieder ein Arbeitsblatt ausgeteilt: "Präparation eines Schweineherzens". Schon bei der ersten Aufgabe mussten einige Schüler und Schülerinnen über ihren eigenen Schatten springen. Sie lautete: "Betaste das Herz. Fühlt es sich überall gleich an? Notiere deine Beobachtung." Nachdem man sich überwunden hatte, ging es dann los. Wir nahmen die Schweineherzen in die Hand und betasteten sie. Das erstaunliche war, dass sich niemand ekelte oder es zumindest gut verbarg. Es kam zu einem einheitlichem Ergebnis. Es gab Stellen am Herzen, die hart und andere, die weich waren. Die Lösung lag auf der Hand. Die harten Stellen waren Muskeln, die weichen Stellen waren Fettgewebe. Je härter die Stellen waren, umso stärker war der Muskel. So ließ es sich auch erklären, dass das Gewebe an den Herzkammern härter war als bei den Vorhöfen. Die Herzkammern müssen viel mehr Druck aufbringen, um das Blut entweder in den Körper oder zurück zur Lunge zu pumpen als die Vorhöfe aufbringen müssen um das Blut in die Herzkammern zu befördern.

Die zweite Aufgabe lautete nun: "Betrachte das Herz zuerst von außen und richte es so aus, dass es der Abbildung entspricht. Identifiziere mit Hilfe der Abbildung die Vorhöfe, die Herzkammern, Arterien (Lungenarterie und Aorta) und Venen (Lungenvene und obere und untere Hohlvene). Erkläre die Teile deinen Gruppenmitgliedern und dem/r Lehrer/in.
Zur Erklärung der einzelnen Begriffe:

  • Vene: Venen sind Blutgefäße die zum Herzen hin führen.
  • Arterie: Arterien sind Blutgefäße die vom Herzen weg führen.
  • Lungenarterie: Die Lungenarterie gehört zum Lungenkreislauf. Sie befördert das CO2-haltige Blut von der rechten Herzkammer aus zur Lunge in der dann der Gasaustausch stattfindet.
  • Aorta (Körperarterie): Die Aorta oder die Körperarterie, die auch Hauptschlagader genannt wird, bildet mit der Körpervene den Körperkreislauf. Sie befördert das O2 reiche Blut, von der linken Herzkammer aus, durch den Körper und versorgt die einzelnen Zellen mit O2 und Nährstoffen.
  • Lungenvene: Die Lungenvene bildet mit der Lungenarterie den Lungenkreislauf. Sie befördert das nun O2-haltige Blut zum linken Vorhof.
  • Körpervene: Die Körpervene bildet zusammen mit der Aorta (Körperarterie) den Körperkreislauf. Sie nimmt das CO2haltige Blut von den einzelnen Zellen auf und befördert es über die oberen und unteren Hohlvene in den rechten Vorhof.
Auch wenn sich diese Aufgabe schwierig anhörte, war sie nicht allzu schwer zu bewältigen. Jede der Gruppen schaffte es mehr oder weniger schnell die einzelnen Blutgefäße zu identifizieren und das Herz richtig auszurichten.

Nachdem auch diese Aufgabe erledigt war, gingen wir zur Aufgabe drei über, die wie folgt lautete: "Von der rechten Herzkammer führt die Lungenarterie ab, von der linken die Aorta, die den gesamten Körperkreislauf mit frischem Blut versorgt. Befühlt beide Blutgefäße. Welchen Unterschied stellt ihr fest? Begründet!" Diese Aufgabe war für uns natürlich leicht zu beantworten, da wir uns jetzt schon ziemlich gut mit dem Herzen auskannten. Beim Befühlen und anschauen der beiden Blutgefäße stellte man fest, dass die Aorta viel dickere Zellwände hatte als die Lungenarterie. Nur woran konnte das liegen? Die Antwort war relativ simpel. Die Aorta musste einem viel höherem Druck standhalten als die Lungenarterie. Deswegen musste sie auch stabiler gebaut sein. Der Druck in der Aorta ist deswegen höher, weil das Blut dort durch den ganzen Körper gepumpt werden muss, in der Lungenarterie nur vom Herzen zur Lunge.
War auch die dritte Frage beantwortet, so konnte man mit Aufgabe vier fortfahren: "Auch das Herz sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgt werden. Diese erfolgt durch die Herzkranzgefäße. Finde die Herzkranzgefäße!" Die Herzkranzgefäße versorgen das Herz mit frischem Blut, denn auch das Herz muss versorgt werden. Das Blut, das in die Herzkranzgefäße gelangt ist aus der linken Herzkammer und muss noch nicht einmal in die Aorta. So gut wie alle Gruppen fanden die Herzkranzgefäße schnell. So konnten wir zügig weitermachen.

Nachdem wir das erste Arbeitsblatt beendet hatten, bekamen ein zweites und nun ging erst richtig los. Die erste Arbeitsanweisung lautete wie folgt: "Schneide nun das Herz mit einem glatten Schnitt von der Mitte der Herzspitze von unten nach oben auf. Schneide nur bis zum Ansatz der Gefäße!" Das war der Moment auf den wir alle gewartet hatten. Wir durften nun endlich schneiden. Wir durften unsere Scheren auspacken und los ging es. Es machte allen mächtig Spaß und jeder Gruppe gelang der Schnitt, ohne das Herz ganz zu zerstören.

Es ging weiter mit Aufgabe fünf: "Klappe das Herz nun auf und betrachte es von innen. Identifiziere mit Hilfe der Abbildung folgende Teile: Vorhöfe, rechte und linke Herzkammer Herzscheidewand, Taschenklappen, Segelklappen und Sehnenfäden. Besprecht eure Zuordnung untereinander und mit dem/r Lehrer/in. Schneide das Herz nun etwas weiter nach oben auf!" Die nun verlangten Sachen erforderten viel Konzentration von uns, da es im Herzen schwer war sich zu orientieren.

Trotzdem schafften es einige Gruppen vor Ablauf der Zeit die Aufgabe richtig zu erfüllen und konnten noch mit den Aufgaben sechs und sieben fortfahren. Aufgabe sechs: "Beschreibt, wie sich die Taschenklappen von den Segelklappen unterscheiden: Hier noch mal ein kleine Information zur Funktion der Klappen:

  • Segelklappen: Die Segelklappen befinden sich zwischen dem Vorhof und der Herzkammer. Sie schließen und öffnen sich und verhindern das zurückfließen in den Vorhof.
  • Taschenklappen: Sie befinden sich zwischen den Arterien und den Herzkammern und verhindern im geschlossenem Zustand das zurückfließen des Blutes in die Herzkammern.
Jetzt aber zurück zum Thema. Die Segelklappen ähneln weißen Sehnen, während die Taschenklappen fleischig sind und an den Verschluss einer Linse einer alten Fotokamera erinnern. Aufgabe sieben: "Betrachte nun die linke und die rechte Herzkammer genauer. Wie unterscheiden sie sich voneinander? Begründe!" Die letzte Frage war eine leicht zu beantwortende Frage, zu der aber nicht alle Gruppen kamen. Die linke war dicker und muskulöser gebaut als die rechte, was daran liegt, dass die linke Herzkammer mit höherem Druck pumpen muss.
Es hat uns allen sehr gut gefallen und wir können es an andere Klassen weiter empfehlen!

Mathias Becker und J.Wolfgang Hehlke, 9c

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